Sommersemester 2010

Nachhaltige Entwicklung – eine Chance für Afrika?

Donnerstag, 15.04.2010, 18:15 Uhr
(Achtung für diesen Vortrag haben nicht den üblichen  Veranstaltungsort gewählt!)
Volkshochschule Trier im Palais Walderdorff, Raum 5
Prof. Dr. Fouad Ibrahim (Bayreuth)
Desertifikation in Afrika verhindern durch nachhaltige Ressourcennutzung

Auf der UN-Weltkonferenz in Nairobi im Jahr 1977 versprach die Weltgemeinschaft, die Desertifikation bis zum Jahr 2000 zum Stillstand zu bringen.
Zehn Jahre sind seit dem angestrebten Termin verstrichen.
Heute muss man erkennen, dass die Desertifikation trotz gewaltiger Anstrengungen zu ihrer Bekämpfung und des Einsatzes immenser finanzieller Mittel besonders in Afrika rascher denn je voranschreitet.
Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, weshalb die bisherigen Strategien zur Bekämpfung der Desertifikation scheiterten.
Anhand von Fallbeispielen werden Alternativen aufgezeigt. Dabei werden westliche und indigene Strategien der Ressourcennutzung in den Trockengebieten Afrikas gegenüber gestellt und auf ihre Nachhaltigheit hin überprüft.

Donnerstag, 20. Mai 2010, 18:15 Uhr, Hörsaal 13, Campus 2
Prof. Dr. Nikolaus J. Kuhn (Basel)
Afrikanische Landschaften unter Druck

Die Geoökologie afrikanischer Landschaften zeichnet sich durch eine grosse Vielfalt der natürlichen wie traditionell anthropogenen Anpassungen an die jeweiligen naturräumlichen Verhältnisse aus. Unangepasste Nutzung und Landdegadierung im 21. Jjahrhundert, der im globalen Vergleich regional überdurchschnittliche Klimawandel sowie eine Vielzahl an politischen und sozialen Problemen stellen die Landschaften Afrikas unter besonderen geoökologischen Druck. Eine nachhaltige Nutzung dieser Landschaften erfordert daher detailierte Kenntnisse von Stoff- und Wasserkreisläufen sowie der Folgen direkter und indirekter Veränderungen von Klima und Umwelt durch den Menschen auf die Funktion einer Landschaft. Neben einer allgemeinen Betrachtung der Umweltprobleme Afrikas stehen die Folgen von Klimawandel auf Ökohydrologie und deren kaskadenartigen Auswirkungen vor allem in Trockengebieten im Mittelpunkt dieses Vortrags.

Donnerstag, 10. Juni 2010, 18:15 Uhr, Hörsaal 13, Universität Geocampus
Prof. Dr. Berthold Hornetz (Trier)
Lässt sich die kenianische Agrarwirtschaft nachhaltig entwickeln ? Beobachtungen aus der Rift Valley Province, dem „bread basket“ des ostafrikanischen Landes.

Seit dem Erscheinen des Farm Management Handbook of Kenya (FMHB) 1982/83  (R.JÄTZOLD & H.SCHMIDT) hat sich die Bevölkerung des ostafrikanischen Landes nahezu verdreifacht (auf mittlerweile 39 Mio.). Gleichzeitig jedoch ist der Pro-Kopf-Anteil an den agrarisch hochwertigen Flächen des Landes von 0,78 ha 1965 auf weniger als 0,2 ha im Jahre 2010 zurückgegangen. Infolge des „Agromining-Effektes“ lässt sich eine zunehmende Degradierung selbst der fruchtbaren vulkanischen Böden des kenianischen Hochlandes beobachten; das Kapital für Investitionen in Hochertragssaatgut, organische und mineralische Düngemittel sowie notwendige Agrochemikalien fehlt den Kleinbauern, und das, obwohl mittlerweile die Entwicklung von neuen Kulturpflanzenvarietäten durch die nationalen Agrarforschungsinstitute in den letzten 25 Jahren um ein Vielfaches zugenommen hat !
Angesichts dieser Diskrepanzen entschlossen sich die für die Agrarpolitik Kenyas Verantwortlichen in Zusammenarbeit mit der GTZ (nach Durchführung einer Projektevaluierung) zu einer Neuauflage des FMHB, auch um damit neue Impulse für die Agrarplanung sowie die zukünftige Ausbildung der Agrarfachleute des Landes zu setzen.
In den seit 2003 laufenden Arbeiten von Mitarbeitern des kenianischen Ministry of Agriculture, der GTZ sowie der Universität Trier und der Kenyatta University Nairobi werden neben der Neubearbeitung der agrarökologischen Potenziale neue Ansätze z.B. des Agribusiness sowie des „nutrients recycling“ umgesetzt. Dazu werden auch neue methodische Instrumente wie GIS-basierte Bodenfruchtbarkeitskarten oder hochauflösende Ertragssimulationsmodelle verwendet; die in den letzten Jahren im Fokus der wissenschaftlichen Diskussion stehenden Klimaphänomene wie El Nino und die fortschreitende globale Erwärmung werden zur Modifizierung der Agroökologischen Zonen und deren Agrarpotenziale herangezogen.
Beispiele aus dem kenianischen „bread basket“, der in weiten Teilen sehr fruchtbaren Rift Valley Province, sollen diese Aspekte belegen.

Nachhaltige Entwicklung – eine Chance für Afrika?

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