Wintersemester 2013/2014

Afrika – Gersten – Heute – Morgen

Donnerstag, 7.November 2013, 18:15 Uhr
Hörsaal 13, Geocampus ( Campus II), Universität Trier
Prof. Dr. Herbert Popp (Universität Bayreuth)
Die Berber –
eine Ethnie in Nordafrika zwischen kultureller Identität und touristischer Vermarktung

Es gibt bis auf den heutigen Tag in Nordafrika eine nicht-arabische Bevölkerungsgruppe, die einesteils eine positive Wahrnehmung für sich in Anspruch nehmen kann (insbesondere die Touareg), über die andererseits aber viele falsche, einseitige und klischeehafte Informationen existieren: die Berber. Der Vortrag versucht, im Gestrüpp der nicht immer seriösen Informationen über die Berber einen Gegenentwurf zu zeichnen, der ausgewogen und korrekt ist. Dabei werden Fragen der berberischen Sprachen, der berberischen materiellen Kultur (z.B. Berberteppiche, Berberschmuck) und der berberischen Kulturpraktiken und der politischen Bedeutung vorgestellt.
Die Frage, ob die Berber eine mehr oder weniger aussterbende Ethnie mit Reliktcharakter ist, die in ihrer Exotik fast nur noch den Tourismus interessiert, oder ob sie über eine ungebremste, ja sogar sich dynamisch verstärkende kulturelle Vitalität zeigt, wird beschrieben und diskutiert.

Donnerstag, 5. Dezember 2013, 18:15Uhr
Hörsaal 13, Geocampus ( Campus II), Universität Trier
Festveranstaltung am Vorabend des 80. Geburtstages des Gründers der Geographischen Gesellschaft Trier Prof. em. Dr. Ralph Jätzold

Prof. Dr. Berthold Hornetz (Universität Trier):
Ralph Jätzold, ein vielseitiger Spezialist mit Forschungsschwerpunkt Ostafrika (Laudatio)

Prof. Dr. em. Ralph Jätzold (Universität Trier):
Inside Africa – Erfahrungen, Erlebnisse, Erkenntnisse, Erwartungen
Autorenlesung
Je ein Kapitel aus den vier Teilen seines neuen Buches.

Diplombiogeograph Mike Teucher (Universität Trier):
Wie geht es weiter mit Jätzolds
Agro-ökologischen Zonen in Kenya?

Seit 1983, dem Abschluss der ersten Auflage seiner Natural Conditions for Farm Management in Kenya mit den Agro-ökologischen Zonen, ist viel neues Material erschienen. Neben neuen Anbausorten, wie zum Beispiel 166 Maissorten 2012 im Vergleich zu nur 15 Sorten im Jahre 1980, neuen Anbaumethoden und aufgrund des Landmangels ist die Auswahl der für den Standort ertragsgünstigsten Sorte enorm wichtig geworden.
Bisher dauerte die Recherche in den Büchern und Karten auch für geübte Anwender mindestens 1 Stunde, um für ein Anbaugebiet die dafür erforderlichen Informationen zu exzerpieren. Ein neuer Ansatz soll helfen, die notwendigen Informationen in einem Geographischen Informationssystem (GIS) zusammenzutragen und die anderen Daten, wie das Kulturpflanzenangebot damit zu vernetzen. Damit lassen sich die relevanten Informationen wie z.B. geeignete Sorten feldgenau in Minutenschnelle auswählen und zusammen mit weiteren wichtigen Informationen ausdrucken.
Kenya will durch Aufstockung der Bildung Weltniveau erreichen. Jeder Sekundarschüler soll demnächst einen Laptop bekommen. Das wäre eine Chance, um die Jugend wieder für die Landwirtschaft zu interessieren – sie wird als grundlegender Wirtschaftszweig beim aktuellen Bevölkerungswachstum immer überlebenswichtiger.

Eingerahmt wird diese Veranstaltung von außergewöhnlichen Afrika-Aufnahmen von Dr. Martin Spukti, Trier

Donnerstag, 23. Januar 2014, 18:15Uhr
Hörsaal 13, Geocampus ( Campus II), Universität Trier
PD Dr. Jan Christian Habel (Department of Ecology and Ecosystemmanagement, TTU München)
Die letzten Bergwälder Ostafrikas – Entwicklung und Zukunftsperspektiven wertvoller Bioinseln: die Usambaras, Chyulu Hills und andere.

Ostafrika zeichnet sich durch isolierte Bergmassive aus, die sich entlang des Ostafrikanischen Grabens von der Arabischen Halbinsel bis nach Simbabwe erstrecken. Die lang andauernde geographische Isolation dieser Berginseln und die relativ konstanten klimatischen Bedingungen führten zur Evolution endemischer Tier- und Pflanzenarten. Heute bildet diese Bergkette einen der globalen Biodiversity Hotspots, gekennzeichnet von extrem hoher Endemitenvielfalt und einer starken Bedrohung durch die rapide Umwandlung der ursprünglichen Lebensräume. Der Vortrag geht auf Evolutionsprozesse ein, die auf unterschiedlich alten Gebirgsstöcken stattfanden und stellt Beziehung von Bergwaldarten zu benachbarten Savannenarten her. Es werden Effekte vorgestellt, die mit der raschen Habitatumwandlung der Bergwälder einhergehen. Schließlich wird eine Verknüpfung der naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlicher Forschung hergestellt – da ein langfristiger Schutz dieser einmaligen Bergexklaven nur unter Einbeziehung und Sicherstellung menschlicher Grundbedürfnisse wie Nahrungssicherheit umgesetzt werden kann.

 

 

 

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