Wintersemester 2012-2013

Donnerstag, 8.11.2012, 18:15 Uhr
Hörsaal 13 Universität Trier, Geocampus (Campus II)
Prof. i.R. Dr. phil. Wolfgang Brücher (Saarbrücken)
Atomenergie in Frankreich

Historische und politische Hintergründe der zivilen Nutzung der Kernkraft in Frankreich und ihre Entwicklung seit dem 2.WK, in enger Beziehung zur atomaren Bewaffnung (Force de Frappe). Das perfekte Zusammenspiel des „tout nucléaire“ mit dem französischen Zentralismus, im Kontrast zur föderalistischen Struktur Deutschlands. Entwicklung und Struktur des zivi-len Kernenergieprogramms, seine Wechselbeziehungen mit dem Raum. Die konsequente Beibehaltung der Nuklearpolitik trotz Widerständen. Auswirkungen der Katastrophe von Fukushima? Reduzierung des nuklea-ren Kraftwerkspotenzials entsprechend den Wahlversprechen von Staats-präsident Hollande? Bewertung und Prognosen, auch im Hinblick auf die Erneuerbaren Energien.

Donnerstag, 6.12.2012, 18:15 Uhr
Hörsaal 13 Universität Trier, Geocampus (Campus II)
Prof. Dr. Johannes Hamhaber (Köln)

Ein blinder Fleck der Geographie? Neue Konzepte der geographischen Energieforschung

Energiesysteme bilden eine wesentliche Grundlage aller menschlichen Systeme, insbesondere von modernen Industrie- und postmodernen In-formationsgesellschaften. Als Element der Grundversorgung kann der Zu-gang zu Energie – ähnlich wie der zu Wasser – mittlerweile als Grundrecht definiert werden. Geographische Forschung hat jedoch die Analyse von Energiesystemen lange vernachlässigt, obwohl Energie als ressourcenbasierte Dienstleistung an der Schittstelle der natürlichen und sozialen Systeme steht, weitreichende Umwelt- und Sozialfolgen zeitigt, ihre Verfügbarkeit global wie regional sehr ungleich verteilt ist, und ihre Nutzung dementsprechend wirtschaftlich wie politisch äußerst relevant und auch umstritten ist. Der Vortrag wird grundlegende Konzepte der geographischen Energieforschung vorstellen, und anhand von Beispielen aktueller Forschung aus Europa, dem subsaharischen Afrika und Asien weiter entwickeln.

10.01.2013
Dr. Volker Stelzer (Karlsruher Institut für Technologie/Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse ITAS)
Ist die energetische Nutzung von Grünland nachhaltig?

Durch die zunehmende Intensivierung der Milchviehaltung ist immer weniger Grünland für die Milchproduktion notwendig. Eine Überlegung die überschüssigen Grünlandflächen als Landschaftselemente für den Touris-mus zu erhalten, ist das Grünland zur Energieproduktion zu nutzen. Wie aber soll diese Nutzung aussehen? Ist es günstiger Biogas zu erzeugen oder den Grünlandaufwuchs zu verbrennen oder sollten doch besser Maispflanzen oder Pappeln angebaut werden und wie nachhaltig sind diese Nutzungen? Der Vortrag stellt dar wie man sich dieser Frage durch die Verwendung des Tools „Integratives Konzept Nachhaltiger Entwicklung“ systematisch nähern und eine Entscheidungsgrundlage für Politiker erarbeiten kann.

Donnerstag, 24.01.2013, 18:15 Uhr
Hörsaal 13 Universität Trier, Geocampus (Campus II)
Dr. Stefan Bosch (Augsburg)
Möglichkeiten und Grenzen der Integration von regenerativen Technologien in den ländlichen Raum

Der starke Ausbau von Erneuerbaren Energien hat innerhalb nur weniger Jahre eine Kulturlandschaft neuen Typs hervorgebracht. Gewohnte Land-schaftsbilder, die vor allem von parzellierten landwirtschaftlichen Nutzflä-chen, inselartigen Waldgebieten und räumlich konzentrierten Siedlungsflächen geprägt waren, werden in zunehmendem Maße durch dezentrale Kraftwerke wie Windparks, Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Biomassekraftwerke ergänzt. Von einer Entwicklung hin zu reinen Energielandschaften, wie es seitens Heimatpflegevereinen und Naturschutzverbänden befürchtet wird, ist man jedoch weit entfernt. Eine gegenüber den Erneuerbaren Energien äußerst restriktive Regionalplanung, jährliche Korrekturen an der Vergütungsstruktur des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes sowie eine degressiv ausgerichtete Förderung setzen einem regenerativen Energiesystem deutliche räumliche Grenzen. Dennoch hat der bisherige Ausbau den Nutzungsdruck auf den ländlichen Raum stark erhöht und zu neuen Dimensionen der Flächennutzungskonkurrenz geführt. Diskussionen um die zukünftige Bedeutung des ländlichen Raumes als Standort für neue Technologien erscheinen daher angebracht.

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