Sommersemester 2013

Leitthema: Landschafts- und Ökotopwandel

25.04.2013, 18:15 Uhr

Dr. Stephan Bosch, Dipl.Geogr. (Uni Augsburg)

Möglichkeiten und Grenzen der Integration von regenerativen Technologien in den ländlichen Raum

Der starke Ausbau von Erneuerbaren Energien hat innerhalb nur weniger Jahre eine Kulturlandschaft neuen Typs hervorgebracht. Gewohnte Landschaftsbilder, die vor allem von parzellierten landwirtschaftlichen Nutzflächen, inselartigen Waldgebieten und räumlich konzentrierten Siedlungsflächen geprägt waren, werden in zunehmendem Maße durch dezentrale Kraftwerke wie Windparks, Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Biomassekraftwerke ergänzt. Von einer Entwicklung hin zu reinen Energielandschaften, wie es seitens Heimatpflegevereinen und Naturschutzverbänden befürchtet wird, ist man jedoch weit entfernt. Eine gegenüber den Erneuerbaren Energien äußerst restriktive Regionalplanung, jährliche Korrekturen an der Vergütungsstruktur des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes sowie eine degressiv ausgerichtete Förderung setzen einem regenerativen Energiesystem deutliche räumliche Grenzen. Dennoch hat der bisherige Ausbau den Nutzungsdruck auf den ländlichen Raum stark erhöht und zu neuen Dimensionen der Flächennutzungskonkurrenz geführt. Diskussionen um die zukünftige Bedeutung des ländlichen Raumes als Standort für neue Technologien erscheinen daher angebracht.

16.05.2013, 18:15Uhr

Dr. Hans Reichert (Trier)

Anzapfungen und Trockentäler in der Region Trier

Eine Anzapfung kommt folgendermaßen zustande: Ein kräftig erodierendes Gewässer vertieft und erweitert sein Tal. Es erniedrigt dabei die Wasserscheide zu einem ± parallel verlaufenden, weniger tiefen Tal. Die Wasserscheide ist schließlich nur noch eine niedrige Schwelle, über die eines Tages – meist bei einem Hochwasserereignis – das höhergelegene Gewässer zu dem tieferen hin überläuft, wegen des starken Gefälles an der Überlaufstelle rasch eine Kerbe erodiert und dann nur noch diesen Weg nimmt. Die Fortsetzung seines bisherigen Laufes fällt trocken. R. Jätzold hat in den Kurtrierischen Jahrbüchern 1995 und 1996 über die Anzapfungen im Gillenbach-Biewerbach-Talsystem bei Trier und am Hölzbachtal bei Hunolstein berichtet. Der Referent wird weitere Anzapfungen in der Region Trier in Wort und Bild vorstellen.

13.06.2013, 18:15

Prof. Dr. Thomas Schmitt, Biogeograph  (Uni Trier)

Dynamische Biodiversitäts-Prozesse: Die Herkunft und Zukunft besonderer Schmetterlinge im Trierer Raum

Der Trierer Raum zeichnet sich durch seine steilen klimatischen Gradienten von den warmen Weinbaulagen des Moseltals bis zu den kalten Hochlagen der angrenzenden Mittelgebirge aus. Diese Gradienten führten auch zu einem engen Nebeneinander unterschiedlicher biologischer Elemente, wobei Wärmerelikte und Kälte adaptierte Arten oft nur wenige Kilometer voneinander getrennt sind. Am Beispiel ausgewählter Schmetterlingsarten wird in diesem Vortrag gezeigt, auf welchen Routen und aus welchen Herkunftsgebieten an Wärme angepasste Arten unseren Raum erreicht haben und dass dieser Prozess nach wie vor anhält. Es wird jedoch auch gezeigt, dass der menschliche Landnutzungswandel auch in unserer Region zu Einschränkungen der biologischen Vielfalt führt. Ebenso wird erläutert, welchen problematischen Einfluss die aktuellen klimatischen Erwärmungstendenzen für das Überdauern von an kältere klimatische Bedingungen angepasste Arten haben kann. Hieraus lassen sich insgesamt Prognosen für die Zukunft ableiten.

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