Sommersemester 2012

Donnerstag, 31. Mai 2012, 18:15 Uhr
Hörsaal 12, Universität Trier, Geocampus (Campus II)

Prof. Dr. Gebhard Schüler
Research Institute for Forest Ecology and Forestry

Viet Nam – eine grüne Hölle ?

Die Abholzung der Tropenwälder, die Landdgradation und Desertifikation haben in Vietnam besorgniserregende Ausmaße angenommen. Die natürlichen, durch einen hohen Biodiversitätsgrad ausgezeichneten Primärwälder Vietnams sind in erheblich gefährdet, stark degradiert oder bereits verschwunden. Der Verlust der ausgleichenden Funktionen des Waldes auf den Naturhaushalt äußert sich in einer erhöhten Vulnerabilität der ländlichen Regionen. Letztlich resultieren die zahlreichen Umweltprobleme Vietnams aus einer exploitativen Nutzung der Naturressourcen, wie sie typisch für ein Entwicklungsland ist, weil die Selbstversorgung und die Notwendigkeit ökonomischen Wachstums im Vordergrund stehen.

Donnerstag, 14. Juni 2012, 18:15 Uhr
Hörsaal 13, Universität Trier, Geocampus (Campus II)

Prof. Dr. Joachim Hill (Universität Trier)

Forstmanagement und regionaler Klimawandel: die Nutzung von Erdbeobachtungssatelliten zur Identifikation künftiger Risikostandorte.

Es wird nicht bestritten, dass die Wälder Mitteleuropas künftig veränderten Klimabedingungen ausgesetzt sein werden und angepasste Managementstrategien zu entwickeln sind. In zahlreichen, teils auch widersprüchlichen Untersuchungen wird bereits der Frage nachgegangen, welche Standorte auch in der Zukunft für die wichtigsten heimischen Baumarten geeignet sein werden. Da künftige Klimabedingungen nur schwer experimentell abzubilden sind, versucht man mit unterschiedlichen Methoden Klarheit zu gewinnen. Dazu gehören Freilanduntersuchungen an Extremstandorten, lange Messreihen an umfänglich instrumentierten Waldbeständen sowie mathematische Simulationsmodelle. Im Mittelpunkt dieses Vortrags steht die Nutzung von Satellitenbeobachtungen zur Identifizierung durch Trockenstress beeinflusster Forstbestände während des extrem heißen und trockenen Jahres 2003, das allgemein als repräsentativ für künftige Klimaverhältnisse eingeschätzt wird. Damit werden in Rheinland-Pfalz erstmals auf unterschiedliche Standorte und Baumarten bezogene Befunde verfügbar.
Donnerstag, 28. Juni 2012, 18:15 Uhr
Hörsaal 13, Universität Trier, Geocampus (Campus II)

Prof. Dr. Werner Konold (Universität Freiburg)

Der Niederwald – Renaissance einer
historischen Nutzungsform?

Die Niederwaldwirtschaft ist sehr alte Landnutzungsform. Bis in die jüngere Vergangenheit spielte sie in ganz verschiedenen regionalen Ausbildungen in vielen Gebieten eine bedeutende Rolle in der Landschaft und auch in der Waldwirtschaft. Die Ausbildungen waren ausgerichtet an jeweils zeitgenössischen Bedürfnissen; wobei diese Bedürfnisse keinesfalls immer an Nachhaltigkeit über die Generationen hinweg ausgerichtet waren. Neue Niederwälder ließen sich etablieren in wiedervernässten Niedermooren, entlang von Straßen im Offenland, entlang von Straßen im Wald, als breite Säume entlang von Hochwald, auf Leitungstrassen, in Auen oder in Rückhalteräumen. Die Möglichkeiten zur Etablierung und Wiederinwertsetzung von Niederwäldern sollten unbedingt, jedoch nicht bedingungslos genutzt werden. Dann ließe sich eine gute Wertschöpfung in optimaler Weise mit landschaftsgestalterischen und naturschützerischen Aspekten verbinden.

SONDERVORTRAG

Donnerstag, 12. Juli 2012, 18:15 Uhr
Hörsaal 13, Universität Trier, Geocampus (Campus II)

Dr. H. W. Wagner, Dr. F. Kremb-Wagner,
Dr. M. Koziol, Prof. J. F. W. Negendank

Continental Drift, Baby Plume, Südsee, Maarsee und mehr bietet  die  „neue“ Geologie von Trier und Umgebung.
Vorstellung der 3. Auflage
des Geologischen Führers durch die Autoren.

Der Bau des devonischen Grundgebirges wird, gestützt auf geophysikalische Tiefenprofile, erstmals auch im Zusammenhang zu Plattentektonik und Überschiebungs- sowie Deckentektonik beschrieben. Daneben werden neuere Bearbeitungen des permo-triassischen Trier-Wittlicher Grabens und der Trier-Bitburger Mulde (Trias, Lias) vorgestellt.
Die Kombination der unterschiedlichen Gesteine mit alter und rezenter Tektonik hat zu den weltbekannten Fluss- bzw. Mäanderlandschaften von Saar und Mosel geführt.
Der Vulkanismus der Westeifel (Tertiär, Quartär) hat mit seinen Maaren dieser Eruptionsform international den Namen gegeben. Die Maarseen selbst sind heute darüber hinaus eine wichtige Quelle zur jüngeren Klima- und Umweltforschung (jahrgenaue Dokumentation).

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