Wintersemester 2011-2012

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 18:15 Uhr
Hörsaal 13, Universität Trier, Geocampus (Campus II)
Prof. Dr. Fouad Ibrahim (Universität Bayreuth)
Ägypten nach dem Sturz Mubaraks und die Lage der koptischen Minderheit

Als am 11.2.2011 der ägyptische Staatspräsident nach 30jähriger diktatorischer Herrschaft aus dem Amt gedrängt wurde, jubelte die Westliche Welt über diesen Sieg einer vermeintlichen Demokratiebewegung. Was geschah im Vorfeld der Revolution? Welche Kräfte trieben sie voran? Welche Entwicklung nahm das Land seitdem? Wie sieht die Lage der Christen in Ägypten heute aus? Diesen Fragen geht der Referent nach, der die Ereignisse hautnah miterlebte und sich immer wieder vor Ort aufhält.

Donnerstag, 10. November 2011, 18:15 Uhr
Hörsaal 13, Universität Trier, Geocampus (Campus II)
Dr. Ala Al-Hamarneh (Universität Mainz)
Quo vadis arabische Welt? Revolutionen und Reformen auf dem langen Weg zur Demokratie.

Die Ereignisse in Nordafrika haben die politische Welt überrascht. Noch zu Beginn des Jahres hätte wohl niemand mit den revolutionären Aufständen gerechnet. Doch der Zorn der Bevölkerung und die Protestbewegungen haben sich ausgebreitet wie ein Lauffeuer. Die gewissermaßen selbstorganisierten und scheinbar spontanen Massenproteste haben eine eigene Dynamik entwickelt und die diktatorischen und korrupten Machthaber in Tunesien und Ägypten zum Sturz gebracht.
Die erfolgreichen Revolutionen in Tunesien und Ägypten haben die politische Situation und Entwicklung in den arabischen Ländern grundlegend verändert. Ein revolutionärer Dominoeffekt folgte mit verschieden lokalen Szenarien, Dynamiken und Ergebnissen: Bürgerkriegszustände in Jemen, militärische Interventionen in Bahrain und Libyen, Demonstrationen in Syrien, Top-down Reformen in Oman, Marokko und Jordanien, neue Positionierung Palästinas usw.
Die Faszination, die von den Protesten ausgeht ist überall in den Medien zu verfolgen. Doch der schnelle Umbruch und die greifenden Veränderungen hinterlassen viele offene Fragen:
Welche Ziele verfolgen die unterschiedlichen politischen Akteure?
Welche reale Chance hat eine demokratische Wende?
Wie verändert sich die geopolitische Lage im Nahenosten und Mittelmeerraum?
Wie könnten sich die Beziehungen zwischen der neuen arabischen Welt und Europa/Deutschland und USA sowie Israel, der Türkei und Iran entwickeln?
Dr. Ala Al-Hamarneh, vom Zentrum für Forschung zur arabischen Welt (ZEFAW) am Geographischen Institut der Universität Mainz, wird in seinem Vortrag diese Fragen betrachten und seine Einschätzungen der Situation erläutern.

Donnerstag, 1. Dezember 2011, 18:15 Uhr
Hörsaal 13, Universität Trier, Geocampus (Campus II)
Prof. Dr. Nikolaus J. Kuhn (Universität Basel)
Wasser in Palästina: was wir von den Nabatäern lernen können

Die Nabatäer haben in den Jahrhunderten um Christi Geburt eine bedeutende Karawanenroute durch die Negevwüste unterhalten. Dies war möglich, weil sie die geringen Niederschläge in der Region ideal zur Wasserversorgung nutzen konnten. Die Lehren aus dem Verständnis der Nabatäer für ihre Umwelt gelten noch heute, entsprechend kann man auf deren Basis die Folgen von Klimawandel für die Hydrologie der Trockengebiete des Nahen Ostens abschätzen. Im Vortrag von Prof. Nikolaus Kuhn, PhD, wird neben einer kurzen Darstellung der Wasserbewirtschaftung der Nabatäer eine detaillierte Schilderung der von der Universität Basel in Zusammenarbeit mit Partnern aus Israel und Deutschland betriebenen Forschung in der Negevwüste vorgenommen.  Schwerpunkte liegen auf der Identifikation der für die Ökohydrolgie der Negevwüste relevanten Niederschlagseigenschaften und Oberflächencharakteristika.

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